Zwischen den Jahren“ so nennt sich die Zeit, die den weihnachtlichen Festtagen auf dem Fuße folgt, noch ehe das Silvesterfeuerwerk erneut Glanz auf das winterliche Dunkel wirft. Und findet sich dieser Begriff auch in keinem Duden, so ist er doch allgemein gültig. Jedermann verbindet gleich ein ganz besonderes Gefühl mit dieser Zeit.

Alle Geschenke sind ausgepackt, die aufgeregte Erwartung ist vorbei. Die Verwandten und Freunde haben sich auf den Weg nach Hause gemacht, die Kinder langweilen sich mit ihrem neuen Spielzeug und im Radio läuft beinahe verschämt noch ab und zu ein Weihnachtslied.

Eine subtile Melancholie, ein Gefühl bitterer Süße, leichter Wehmut, die verklungene Freuden noch durchschimmern lässt, ein kurzes Innehalten vor dem kraftvollen Aufbruch ins neue Jahr.

Genau diese emotionale Melange haftet als Essenz allen Kompositionen dieser Produktion an, so Ed Partyka über „The Day After Christmas“. Und wenn man dann noch weiß, dass Partyka Brass, das Quintett um Ed Partyka, auf Betreiben von Carla Bley und Steve Swallow für die Tour und spätere Aufnahme von „Carla’s Christmas Carols“ entstanden ist und mit „The Day After Christmas“ quasi seine Fortsetzung findet, dann ist die Namensgebung mehr als logisch. Auch, oder gerade weil, die Kompositionen und deren Interpretation durch das Ausnahmequintett um Ed Partyka alles andere als weihnachtlich sind und ausdrücklich Jahreszeiten unabhängig funktionieren!

Na ja – und außerdem dient der Name dann auch als bestes Alibi, Carla Bley’s wundervolles Arrangement von „Santa Claus Is Coming To Town“ doch noch zu veröffentlichen, wie Ed Partyka mit einem (ganz unweihnachtlichen) Zwinkern verrät…