Paul Heller meets Roman Schwaller

Paul Heller, Roman Schwaller

”This music touches me deeply. I can hear the brotherly passion.“
(Jimmy Heath)

Man braucht Paul Hellers neue CD nur wenige Sekunden zu hören, um zu merken: da haben sich zwei gefunden, die zusammenpassen wie die Teile eines Puzzles. Nicht etwa, weil sie beide mit dem Tenorsaxophon das gleiche Instrument spielen. Nein, es sind mehr als Äußerlichkeiten: es ist eine langjährige Freundschaft, eine musikalische Partnerschaft, eine Seelenverwandtschaft. Und beide verfolgen ein- und dasselbe Ziel. Paul Heller und Roman Schwaller wollen spielen. Einfach nur spielen. Kompromisslos. Mit vollem energetischem Einsatz. Straight Ahead!

Heller und Schwaller begegneten sich vor genau 25 Jahren das erste Mal, und es sollten noch viele gemeinsame Projekte folgen. So lud der Schweizer Schwaller (Jahrgang 1957) den Rheinländer Heller (Jahrgang 1971) zwei Mal zum musikalischen Gipfeltreffen „Three Generations Of Tenor Saxophone“ mit Johnny Griffin (Jahrgang 1928) ein.

Das neue Album der beiden Vertreter der „jüngeren“ Generationen steht ganz im Zeichen der amerikanischen Saxophonlegende Johnny Griffin. Die neun Titel spiegeln aber dennoch Geschichte und Gegenwart des Jazz zugleich. Einige der Kompositionen stammen von Roman Schwaller, Thelonious Monk oder Johnny Griffin. Und Paul Heller hat allein fünf der insgesamt neun Stücke komponiert. Darunter auch den Opener „Romanshorn“, den er seinem Mentor und musikalischen Vorbild Roman Schwaller gewidmet hat (der wiederum in Romanshorn zur Welt kam!).

Ob Ballade, Midtempo oder Uptempo – was folgt ist eine Paradebeispiel in Sachen Improvisation und Interaktion: neben Schwaller und Heller brillieren außerdem mit Martin Sasse (Piano), Thomas Stabenow (Bass) und Niklas Walter (Schlagzeug) drei Musiker mit offenen Ohren, die sich immer wieder auf solche „Spielchen“ eingelassen haben. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass die Tracks in „klassischer“ Manier und exakt in der Reihenfolge (mit maximal zwei Versuchen) aufgenommen wurden, wie sie jetzt auf dem Album zu hören sind.

Übrigens: es lohnt sich dennoch, die CD nicht nur kurz anzuspielen, sondern komplett zu hören. Dann wird man schnell verstehen, was die Saxophonlegende Jimmy Heath meint, wenn er über diese Musik sagt: „This music touches me deeply. I can hear the brotherly passion.“

Kurzbio Paul Heller

Der Tenorsaxophonist, Komponist und Arrangeur Paul Heller ist seit 2005 Mitglied der international renommierten und mit zwei Grammys ausgezeichneten WDR Big Band.

Außerdem tritt Heller in unterschiedlichsten Quartett- und Quintett-Formationen in Erscheinung, unter anderen mit Al Foster, Billy Hart, Ack van Rooyen, Jasper van’t Hof, Simon Nabatov und vielen anderen mehr. Paul Heller hat mittlerweile neun CDs unter eigenem Namen und über 70 CDs als Solist und Sideman vertreten. Seit 1994 leitet er zusammen mit Ack van Rooyen das gemeinsame „Ack van Rooyen-Paul Heller Quintet“. Seit 2013 ist Paul Heller künstlerischer und musikalischer Leiter der erfolgreichen Jazzkonzerte-Reihe „Next Level Jazz“ in Köln.

Kurzbio Roman Schwaller

Roman Schwaller zählt zu den renommiertesten Musikern der Schweizer Szene. Er hat u.a. mit Dusko Goykovich, George Gruntz und Mal Waldron gearbeitet und spielte regelmäßig auch in großen Bands, u.a. im Vienna Art Orchestra , der Count Basie Big Band oder der NDR Bigband. Seine Diskographie umfasst rund 70 CDs. Schwaller lehrt 2008 an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) und war Initiator und künstlerischer Leiter des internationalen Jazzfestival „generations“ in Frauenfeld.