„Ein früher Kandidat für die Bestenliste 2018”
(Hans-Bernd Kittlaus, JazzPodium)

Inspiration wird zur Idee und führt den Künstler, gepaart mit großer Leidenschaft, außerordentlichem Talent und natürlich einem Quäntchen Glück, zu einem musikalischen Lebensmodell, das einem selbst Erfüllung ist – und anderen Menschen zur Inspiration wird. So bei Saxofonist und Komponist Denis Gäbel.

Sein „Jazzerweckungserlebnis“ hatte er bereits als 11-Jähriger via TV-Bildschirm. Das ZDF übertrug damals ein Konzert zum 80. Geburtstag Art Blakey’s und – „mich hat die Energie, der Sound und die Spielfreude der Musiker richtig gepackt. Natürlich hatte ich damals überhaupt keine Ahnung, was ich da eigentlich hörte, war aber von dem unglaublichen Spirit der Musik sofort restlos begeistert“, so Denis Gäbel selbst.

Solchermaßen inspiriert, ja infiziert, verfolgt er seinen schon sehr früh von Erfolgen gesäumten Weg. Mit seinem eigenen, unverwechselbaren Sound gehört Denis Gäbel heute, keine zwei Jahrzehnte später, zu den gefragtesten Saxofonisten Deutschlands, steht mit internationalen Musikern der 1. Jazz-Liga auf der Bühne und im Studio und ist auf zahlreichen erfolgreichen Alben, darunter vier eigenen, zu hören.

Nun The Good Spirits. Eingespielt mit Kevin Hays (piano), Scott Colley (bass) und Clarence Penn (drums) in den Bunker Studios in Brooklyn krönt Denis Gäbel mit diesem Album eine weitere seiner ambitionierten Ideen.

„Den Gedanken, zur für mich inspirierendsten Quelle des Jazz, nach New York, zu fliegen und ein Album aufzunehmen, hatte ich schon, seit ich 2006 einen Teil meines Studiums dort absolvierte. Vor zwei Jahren erlebte ich dann erneut Clarence Penn im New Yorker Club ’Smalls‘ und beschloss begeistert: ich ziehe das jetzt durch! Ich wollte unbedingt diesen speziellen Sound und die Energie der dortigen Szene einfangen“, erklärt Gäbel.

Die drei musikalischen Schwergewichte seines New Yorker Traumquartetts hatte er alle immer wieder live gehört und kennt sie darüberhinaus von vielen Aufnahmen. Für „The Good Spirits” hat er dieser Besetzung elf Eigenkompositionen (ergänzt durch Mingus’ East Coasting) wahrhaft auf den Leib geschrieben. Denis Gäbel ist es bravourös gelungen, die Musik zu einem organischen Ganzen zu machen. Hier begegnen sich vier Musiker zum ersten Mal und klingen doch, als spielten sie seit Jahren gemeinsam; voller Spielwitz und Energie vereinen sich vier prägnante Handschriften zu einem gemeinsamen musikalischen Geist. The Good Spirits!