Franziska Loos – “Generation Anything” - Back

Download
Artwork/Booklet

“To My Beloved Ones has everything in the right place, making the sounds glow with an air of collective consciousness.”
(Jazztrail, 12. Sept. 2022)

„Großmeisterlich jazzorchestrale Klangkunst, die die schweizerische Präzisionsarbeit des ZJO mit Steffen Schorns überbordendem Einfallsreichtum zu einem rauschhaften Vergnügen der Extraklasse verbindet.“ (Sven Thielmann, Fono Forum, Juli 2022)

„Ein wirklich außergewöhnliches Album, voller faszinierender Ideen!“
(jazz-fun, März 2022)

Zurich Jazz Orchestra veröffentlicht letztes Album der Trilogie mit Kompositionen von Steffen Schorn.

Das 1995 gegründete Zurich Jazz Orchestra hat sich zu Recht einen Platz in der Spitzengruppe der professionellen Big Bands Europas erspielt. Um die Jahrtausendwende machte die Band ihre ersten grossen Entwicklungsschritte, als Stefan Schlegel im Juni 2000 die musikalische Leitung, und Bettina Uhlmann die Geschäftsführung und die administrative Leitung übernahmen. In diese Zeit fällt auch die Zusammenarbeit des ZJO mit dem legendären Zürcher Moods Jazz Club, der der Band eine Plattform für regelmässige Konzertprogramme bietet. In der darauffolgenden Zeit produzierte die Band drei Alben („Beyond Swiss Tradition“ (2005), „New Plans“ (2008) und das 2012 erschienene „Song“) und begann, das internationale Profil der Band aufzubauen.

Während seiner sechsjährigen Amtszeit als musikalischer Leiter der Band hat Steffen Schorn die künstlerische Entwicklung der Band weiter vorangetrieben und lieferte über 100 Kompositionen und Arrangements: Bei jedem Konzert gab es ein komplett neues Programm, und Steffen räumt ein, dass es abenteuerlich und gleichzeitig äußerst anspruchsvoll war, dieses Tempo beizubehalten. Die positive Seite davon war, dass es ein gemeinsames Gefühl der „Wachsamkeit im Augenblick“ erzeugte. 2017 begab sich die Band ins Studio, um ihr viertes Album und den ersten Teil der Trilogie unter der Leitung von Steffen Schorn mit dem Titel „Three Pictures“ (2018) aufzunehmen, der zweite Teil der Serie „Dedications“ folgte Anfang 2021. Beide Alben wurden nicht nur von der Kritik gefeiert, sondern demonstrieren auch die Virtuosität der Musiker des „Zurich Jazz Orchestra“.

Ende 2019 zog sich Steffen von seiner Rolle als musikalischer Leiter des „Zurich Jazz Orchestra“ zurück, um als Composer-in-Residence weiterzuarbeiten. Dazu sagte Steffen: „Ich liebe die Arbeit mit dieser Band und als ich die Stelle antrat, kam sie genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich hatte noch viele Punkte auf meiner musikalischen Wunschliste, und ich wusste, dass diese Band das Zeug dazu hatte, diese meine Wünsche und Ziele zu erreichen.“ Mit einer vollen Stelle als Professor an der Jazzabteilung an der Musikhochschule Nürnberg und vielen anderen musikalischen Verpflichtungen in der ganzen Welt, wurde es für Steffen immer schwieriger, seinen Zeitplan zu managen. „Ich war ständig auf Reisen, zeitweise mehr als 1000 Kilometer pro Woche. Ich wollte mich mehr auf das Schreiben und Arrangieren konzentrieren, und so machte die Stelle als Composer-in-Residence für mich Sinn.“ Er fuhr fort: „Meine neue Rolle als Composer-in-Residence gibt mir nun die Möglichkeit, einen Schritt zurückzutreten und tiefer in die innere Welt der Emotionen, Erinnerungen und Gefühle einzutauchen und brandneue Kompositionen zu schreiben sowie ältere Stücke aus der Schatzkiste zu holen und neue, maßgeschneiderte Orchestrationen für das ZJO zu schaffen.

Das Album enthält fünf Originalkompositionen, die alle von Steffen Schorn komponiert und arrangiert wurden, und macht musikalisch gesehen da weiter, wo „Dedications“ aufgehört hat: Das Album beginnt mit dem Stück „Tango“, das auf das frühe Repertoire des Duos Steffen mit dem Schweizer Klarinettisten Claudio Puntin zurückgeht und ursprünglich 1992 auf der ersten Südamerikareise des Duos geschrieben wurde. Kein Tango im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Metapher und Liebeserklärung an den südamerikanischen Kontinent, seine Menschen, seine Kultur und seine natürliche Schönheit, beginnt „Tango“ als eine Art Miniaturkonzert für C-Melody Saxophon und lässt eine Reihe südamerikanischer Stile aufleuchten – mit kochendem Groove und beeindruckenden Soli von René Mosele an der Basstrompete und Raphael Kalt an der Trompete.

Inspiriert von einer unnahbaren Schönheit auf der Insel Kreta, ist das folgende Stück mit dem Titel „Die Tochter Des Tyrannen“ ein Solofeature für Gitarristen Theo Kapillidis. Das Stück beginnt mit einem dunklen und mysteriösen Intro und steigert sich im Laufe des Stücks, bevor das letzte Thema in einem brillant orchestrierten Bigband-Tutti explodiert. „For Me Is Just Now Anytime“ passt wirklich zum Thema des Albumtitels und ist Steffens Frau, der Cellistin Ulrike Zavelberg, gewidmet. Steffen erklärte: „For Me Is Just Now Anytime“ war auf meinem Anrufbeantworter eines Tages nach unserem ersten Treffen bei einem Studentenkonzert mit Jazzband und Streichorchester zusammen mit den Worten „… für mich ist jetzt gerade irgendwann …“. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel war Ulli in mein Leben getreten. Nach 30 gemeinsamen Jahren mit allen Höhen und Tiefen ist es höchste Zeit, dass dieses Stück endlich in einer neuen Bigband-Version mit dem Zurich Jazz Orchestra auf CD erscheint.

„Käpt‘n Blaubär“ ist inspiriert von dem Buch „Die 13 1/2 Leben des Käpt‘n Blaubär“ von Walter Moers, das 1999 erstmals in Deutschland veröffentlicht wurde. Das Stück zelebriert die ungebrochene Lebenskunst und die Bewältigung der extremsten Herausforderungen auf Käpt‘n Blaubärs abenteuerlicher Reise zur legendären Stadt Atlantis. In diesem Stück spielen die beiden Altsaxophone von Reto Anneler und Lukas Heuss sowie das Baritonsaxophon von Steffen Schorn eine exponierte Rolle. Kurzum: Liebeserklärung an die Manifestationen der Seele, an die Allgegenwart der Phantasie und an das Universum der Möglichkeiten.

Das letzte Stück auf diesem Album ist nicht nur der Titeltrack dieser Veröffentlichung, sondern auch der Abschluss der Trilogie. Die Trilogie begann mit dem Eröffnungsstück des Albums „Three Pictures“ mit dem Titel „Eye of the Wind“. Das Stück wurde von Schorn auf der Reise zu seinem 1. Konzert mit dem Zurich Jazz Orchestra fertiggestellt. „To my beloved ones“ wurde beim letzten Konzert der Band mit Steffen in der Rolle des musikalischen Leiters und Dirigenten und mit Special Guest Dave Liebman uraufgeführt. Steffen erinnert sich: „… Es war genau 17:59 und 59 Sekunden, als die Noten für dieses Stück ins Büro des Jazzclubs Moods geschickt wurden, um die Stimmen drucken zu lassen, die Band und Dave saßen schon bereit für den 18:00 Soundcheck … Wie immer ließ das Orchester die Musik in kürzester Zeit brillant klingen. Im Grunde können wir dieses Stück als einen der beiden Aussenpunkte der Trilogie sehen.

Steffen schloss mit den Worten: „Kurz gesagt, dieses letzte Stück und das ganze Album ist eine Ode an all die Menschen, die mir lieb und teuer sind – meine Familie, meine vielen Freunde in nah und fern, und natürlich das Zurich Jazz Orchestra, meine beloved „Zurich Family“.

Diese Aufnahme und auch die beiden anderen Veröffentlichungen der Trilogie zeigen nicht nur die großartige musikalische Leistung des Zurich Jazz Orchestra, sondern werfen auch ein Schlaglicht auf eine der führenden Big Bands Europas auf höchstem Niveau.